Zurück in den Beruf in Münster

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„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“

Christine war 20 Jahre lang Unternehmerin. Als sie aufgeben musste, fing sie ganz neu an. Heute ist sie angestellte Projektmitarbeiterin.

Immer dann, wenn ich „am Gras gezogen habe“, wurde es zäh, der Erfolg blieb aus oder ich hab das Gras sogar rausgerissen. In Situationen, in denen ich aufgehört habe zu rennen, kam immer was Gutes, dann wurde es leicht.

Als ich 25 Jahre alt war, habe ich mein Studium, das ich nie mit Leib und Seele gemacht habe, zugunsten meiner Selbständigkeit in der Automobilbranche an den Nagel gehängt. Das war 1979 und der erste große Neuanfang in meinem Berufsleben. Mobilität war für mich der höchste Freiheitsbegriff, und den habe ich mit der Gründung intuitiv „materialisiert“. Hürden bin ich dabei nicht planvoll angegangen, sondern by doing und vor allem mit Lust an der Herausforderung, eine nach der anderen, immer wieder.

Als ich 1997 keine Lust mehr an den männlichen Debatten im eigenen Haus hatte und am liebsten verkauft hätte, habe ich mich bei Frauen & Beruf beraten lassen. Die Beraterin hat mich mit ihrem Pragmatismus auf das aufmerksam gemacht, was ich gut kann, was ich gerne mache. So habe ich Stück für Stück intern alles geändert und war schnell erfolgreicher als je zuvor.

Nach dem Ende dieser Ära, 2008, saß ich versunken in mich und in dem Sofa einer guten Freundin. Sie stellte mir die Frage aller Fragen: „Stell Dir vor es kommt eine gute Fee und Du hättest beruflich einen Wunsch frei … Was wäre das?“. Da hatte ich drei Tage später einen tollen neuen Job!

Was ich auch wichtig finde: sich zwischenzeitlich nicht zu schade zu sein, etwas zu tun und zu arbeiten, was nicht dem eigenen Kompetenzrahmen entspricht. Dabei bricht einem schon kein Zacken aus der Krone. Wenn die Autos gewaschen werden mussten, und es sonst keiner machte, hab ich es halt gemacht. Und bevor ich dieses Sofagespräch hatte, hab ich in einem Altenheim gejobbt. War echt nett!

Wenn man mir Entscheidungsfreiräume lässt, in denen ich zusammen mit engagierten Menschen in gegenseitiger Wertschätzung etwas ideenreich umsetzen kann, ich meine Netzwerkleidenschaft ein Stück weit leben und einbringen kann, auch um andere zu unterstützen, ist alles gut.



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