Zurück in den Beruf in Münster

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Den „geplanten“ geraden Weg verlassen

Ella hat nach einem ersten Berufseinstieg noch einmal ganz neu angefangen. Die Situation war nicht leicht: Von Arbeitslosengeld II zu leben und doch den Mut zu fassen, sich auf das Wagnis einer Selbstständigkeit einzulassen. 2012 ist das Unternehmen gestartet – und damit auch ein neuer Lebensabschnitt.

Auf meinem Lebensweg gab es bereits viele wichtige Anfänge. Mit zehn Jahren kam ich nach der Scheidung meiner Eltern in die mir bis dahin fremde Heimat meiner Mutter. Ohne Sprachkenntnisse habe ich in Deutschland ein Halbjahr der vierten Klasse wiederholt, um dann direkt aufs Gymnasium zu gehen. Diese Erfahrung hat mir klar gemacht, dass sich alles fügen kann, wenn man sich Mühe gibt und mit viel Willenskraft dabei ist.  

Doch leider läuft nicht immer alles, wie man es geplant und sich vorgestellt hat, nämlich wenn der Beruf alles einnimmt und man sich auf nichts anderes konzentrieren kann, wenn alles – Beziehung, Familie, Freundschaften – vernachlässigt werden und man sich selbst verliert. An so einem Punkt habe ich einige mir nahstehende Menschen verloren, was dazu führte, dass ich das Gefühl hatte, das Falsche zu tun, noch auf der Suche zu sein und alles noch einmal überdenken zu müssen.

Ich bin der Überzeugung, dass nichts ohne Grund passiert und so hat sich auch meine Geschäftsidee aus einer Lebenssituation heraus entwickelt. Als ich dann gemerkt habe, wie glücklich ich bin, wenn ich an der Umsetzung arbeite, wie entspannt, obwohl der Stress zum Teil sehr groß ist, wusste ich, dass ich endlich etwas gefunden habe, was beruflich funktionieren kann und mich begeistert.

Klar war, dass ich Hilfe brauche, vor allem finanziell. Und so habe ich mich informiert, mich an das Jobcenter und die Wirtschafsförderung gewandt und zum Glück Menschen gefunden, die ich für meine Idee begeistern konnte. Die Unterstützung aus meinem privaten Umfeld hat mir sehr viel Mut gemacht, aber auch oder besonders die Tatsache, dass ich völlig fremde Menschen, die schon viele Ideen haben scheitern gesehen, überzeugen und als Fürsprecher gewinnen konnte.

Es zwar schwierig, mir selbst einzugestehen, dass ich nun den „geplanten“, geraden Weg verlassen und ab sofort eine unbekannte Gasse beschreiten muss. Aber sobald ich auf mein Bauchgefühl gehört und mich darauf besonnen habe, was mir wichtig ist, war es im Grunde ganz einfach. Meine eigene Begeisterung und der Glaube an den Erfolg der Idee machen mir immer noch jeden Tag Mut.

*Name von der Redaktion geändert



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